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29. 07. 2010

Beelitz-Heilstätten

...oder: Das Krankenhaus am Rande der Stadt

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Panorama (Männersanatorium)

Fotos

Ein chronologischer Überblick

1882

Robert Koch entdeckt den Lungentuberkuloseerreger und formuliert u. a. als Forderungen für die Errichtung von Spezialheilstätten eine hygienisch-diätetische Allgemeinbehandlung sowie möglichst ausgiebige Aufenthalte im Freien.
Mangelnde Hygiene, eine Überbelegung der Mietskasernen und Hinterhöfe, fehlende Gesundheitsvorsorge und schwere körperliche Arbeit lassen die Zahl der an Tuberkulose Erkrankten auf über eine Million ansteigen.

1894

die LVA Berlin als Rentenversicherungsträger plant den Bau von je zwei Lungenheilstätten und Sanatorien für Männer und Frauen im Süden Berlins. Beelitz bietet sowohl großflächige Waldflächen als auch eine gute bestehende Infrastruktur (Bahn- und Straßenanbindung nach Berlin und ins Potsdamer Umland).

1898-1902

Erste Bauphase - unter Leitung der Architekten Heino Schmieden und Julius Boethke entstehen vier etwa gleich große Bereiche, geteilt durch Eisenbahnstrecke und Landstraße.

1905-1908

In der zweiten Bauphase entstehen zwei weitere Gebäude im Bereich der Lungenheilstätten. Die Zahl der Betten steigt um 300 auf 1.200.
Auch die Betriebsstätten werden erweitert.

1914-1918

Erster Weltkrieg - erstmals bezieht Militär die Heilstätten, insgesamt wurden mehr als über 17.500 Soldaten in Beelitz gepflegt.

1926-1930

Dritte Bauphase. 1928 erreicht das Heilstätten-Bauprogramm der LVA mit 60 Heilanstalten sein Maximum; der größte Standort ist Beelitz.

1941-1945

Zweiter Weltkrieg - erneute militärische Nutzung als Lazarett.
Zerstörung einiger Gebäude, v. a. der Kirche (abgerissen), des Wohnhauses der ledigen Ärzte (Reste des Erdgeschosses noch vorhanden) und der Lungenheilanstalt für Frauen (Ruine).

1942

südlich des Frauensanatoriums wird ein Ausweichkrankenhaus für Potsdam unter Architekt Egon Eiermann errichtet; Nutzung von 1945-98 als Fachklinik für Lungenkrankheiten und Tuberkulose.

1945-1994

Das Gelände bleibt militärische Sperrzone und dient der Westgruppe der sowjetischen Armee als zentrales Militärhospital, dem größten Hospital außerhalb der Sowjetunion.

1990/91

Flucht des Ehepaars Margot und Erich Honecker in das Militärhospital der sowjetischen Streitkräfte nach Erteilung des Haftbefehls durch die Berliner Justiz. (Dezember 1990 bis 13. März 1991)

1991

Abzug der russischen Truppen

1994

Rückübertragung des Geländes an den Alteigentümer, die LVA Berlin

1995

Das ca. 200 ha große Gelände wird unter Denkmalschutz gestellt. Die LVA Berlin sieht sich zur Erhaltung oder gar Sanierung außer Stande und veräußert den Komplex an eine Tochter der Roland Ernst Unternehmensgruppe.

1997

Die Stadt Beelitz plant, die Gebäude als Gesundheitspark Beelitz wieder medizinisch nutzen zu wollen und saniert die ehemalige Männer-Lungenheilanstalt und die Krankenhausanlage von Egon Eiermann.

2007

Die Stadt Beelitz bewirbt sich um die Ausrichtung der Brandenburgischen Landesgartenschau 2013; Teile der Heilstätten sollen einbezogen werden.

 
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