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10. 03. 2010

Friedhöfe & Grabgestaltung

Über Friedhöfe zu gehen, über das Leben und die Zeit danach nachzudenken und, ja auch auf Motivsuche zu sein, ist jedesmal etwas Besonderes für mich. Immer wieder finde ich Sprüche, oft sind es ja Bibelverse, über deren Bedeutung nachzudenken lohnt oder die ein Gespräch nach sich ziehen. Oder ich entdecke Grabsteine, -figuren oder -gestaltungen, die einfach schön anzuschauen sind. Nicht zu vergessen die Pflanzen und Tiere; für viele Vögel oder Nager ist ein Friedhof Heimat oder Futterplatz.

Ich empfinde deshalb Friedhöfe auch als Orte des Lebens, aber Leben und Tod gehören ja seit unserer Geburt zusammen.

Wie nah sind uns manche Tote, doch wie tot sind uns manche, die leben.

Wolf Biermann in  Hugenottenfriedhof

Nachfolgend eine kurze Vorstellung von Berliner Friedhöfen, auf denen die meisten Fotos der Galerie entstanden sind:

Südwestkirchhof Stahnsdorf
Grabskulptur
Stärker als der Tod/ Die Liebe

Der naturnahe Friedhof außerhalb der Berliner Stadtgrenze entstand 1909, als der Platz auf den Kirchhöfen der Stadt knapp wurde. 1913 wurde mit der so genannten Friedhofsbahn sogar der S-Bahn-Anschluss zu Berlin hergestellt. Die Verbindung wurde bis zum Mauerbau 1961 aufrecht erhalten.
Ab 1920 entwickelte sich der Südwestkirchhof zunehmend zum Prominentenfriedhof.
1938/39 erfolgten zahlreiche Umbettungen von Schöneberger Friedhöfen, u. a. auch vom Alten St. Matthäus-Friedhof, auf Grund von Planungen Albert Speers für die Reichshauptstadt Germania (Nord-Süd-Achse). Diese Gräber sind an der Nordgrenze des Friedhofs zu finden.

Bahnhofstraße 2, 14532 Stahnsdorf

Alter St. Matthäus-Friedhof, Berlin-Schöneberg
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Der 1856 eingeweihtte Alte St. Matthäus-Kirchhof ist ein historischer Friedhof mit vielen kulturhistorisch bedeutenden Grabmälern, z. T. auch von Prominenten.

Der Friedhof sollte im Rahmen der nationalsozialistischen Pläne für eine Welthauptstadt Germania aufgegeben werden. 1938/39 wurde ein Drittel der Grabstätten auf den Südwestkirchhof Stahnsdorf umgebettet. Um dem Besucher einen Eindruck vom Umfang dieser Veränderungen zu geben, wurde ein Gedenkstein am ehemaligen Standort des Erbbegräbnisses der Verlegerfamilie Langenscheidt aufgestellt. Dieses Mausoleum ist noch in Stahnsdorf erhalten.

Großgörschenstr. 12, 10829 Berlin ()

III. Städtischer Friedhof Stubenrauchstraße
Grab auf dem Friedhof Stubenrauchstraße
Grab auf dem Friedhof Stubenrauchstraße

Der besser als Künstlerfriedhof Friedenau bekannte traditionelle Quartiersfriedhof besteht seit 1881. Er war zunächst nur als Provisorium gedacht, sollte wieder aufgelöst und später wie geplant als Schmuckplatz genutzt werden.

Auf ca. 2,1 ha sind einige interessant gestaltete Gräber zu finden. Marlene Dietrich und Helmut Newton gehören zu den wohl bekanntesten hier beigesetzten Persönlichkeiten.

Stubenrauchstr. 43-45, 12161 Berlin

Jüdischer Friedhof Weißensee

Der jüdischer Friedhof im Berliner Nordosten gilt mit über 40 ha als der größte erhaltene jüdische Friedhof Europas. Seit 1880 wurden ca. 115.000 Juden beerdigt.
Dem jüdischen Glauben gemäß sind die Grabsteine schlicht gestaltet und auch Blumenschmuck ist nicht üblich. Die Gräber werden nie eingeebnet und so hat sich die Natur einen Großteil der Grabflächen bereits zurückerobert.

Die Nähe zur Natur und die Besonderheiten der jüdischen Begräbniskultur machen den Reiz dieser Ruhezone mitten in der Großstadt aus.

Herbert-Baum-Str. 45, 13088 Berlin

 
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